Gesundheitliche Folgen unbehandelter Hörminderungen

Wenn das Gehirn über längere Zeit bestimmte Höreindrücke nicht mehr empfängt, verlernt es, sie zu bearbeiten. Wird eine Hörminderung nicht erkannt und nicht behandelt, sind eine Abnahme der geistigen Fähigkeiten und ein erhöhtes Demenzrisiko die Folgen (Lin, 2011; Lin, 2013). Das haben auch britische Wissenschaftler in einer aktuellen Studie bestätigt. Hörverlust ist bei Menschen mittleren Alters demnach für rund neun Prozent des Risikos verantwortlich, an Demenz zu erkranken. Der Hörverlust hat damit den stärksten Einfluss; es folgen weitere Faktoren wie Bildungsstand, Rauchen, Depressionen, zu wenig Sport und soziale Isolation.

Das Gehör verändert sich bei den meisten Menschen bereits ab einem Alter von etwa 40 Jahren. Eine regelmäßige Untersuchung des Gehörs ist daher auch schon in jüngeren Jahren wichtig, um negativen Auswirkungen einer Hörminderung auf die Gesundheit vorzubeugen.

Quellen:
Lin, Frank R. et al. (2011): Hearing Loss and Incident Dementia. In: Arch Neurol. Feb. 2011, Vol. 68, No. 2.
Lin, Frank R. et al. (2013): Hearing Loss and Cognitive Decline in Older Adults, in: The Journal of the American Medical Association, Vol. 173, No.4.